In ein paar Wochen ist es soweit: Ab ins Abenteuer an das HFMH in Phalombe, Malawi?! Wahrscheinlich hast du dich schon gefragt worauf du achten solltest, um nicht mit unliebsamen “Mitbewohnern” wieder nach Deutschland zurück zu kommen. Daher hier ein paar Informationen und Hinweise bezüglich Infektionsrisiken und Prophylaxe.


Impfschutz:

  • Seit 06/2019 durch WHO Hinweis auf Vorhandensein zweier Masernimpfungen, da Infektionszahlen weltweit ansteigen
  • Nachweis Gelbfieber Impfung: bei Einreise aus Gelbfieber Endemie Gebieten, kann bei Einreise Nachweis der Impfung notwendig sein (auch bei Flugreise über Nairobi/Adis Abeba)
  • Hep A: dringend empfohlen, da Übertagung durch verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel
  • Hep B: durch die vielfältigen Infektionsszenarien im HFMH dringend empfohlen (i.e. verunreinigte Nadeln, Kontakt mit Blut, …) Bitte denkt immer dran: Selbstschutz geht vor!
  • Typhus abdominalis: Übertragung durch verunreinigtes Wasser oder Nahrungsmittel, Impfung dringend empfohlen
  • Tuberkulose: Lasst euch beraten und entscheidet selbst. Ausgangssituation: Im HFMH sind Pat mit z.T. offener Tb nicht immer auf dem separaten Tb-Trakt untergebracht, ihr begegnet ihnen also vielleicht auch ohne es zu wissen. Die Tuberkulose Impfung wird vom RKI in Deutschland nicht mehr empfohlen (hauptsächlich wegen hoher UAW Vorkommen und Wirksamkeit von < 50%), die WHO empfiehlt für Populationen mit weniger als 0,1% Tbc Vorkommen keine Impfung. (Malawi 2014 Prävalenz ca. 0,01 %)
  • Malaria: In Malawi herrscht eigentlich fast das ganze Jahr über ein hohes Risiko an Malaria zu erkranken. Um einer akuten Therapie (und damit weiteren Infektionsrisiken) vorzubeugen, empfehlen wir Malaria Prophylaxe einzunehmen (Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin, Mafloquin) Achtung die Einnahme der Medikamente beginnt meist vor der tatsächlichen Abreise und endet nach Ankunft
  • Cholera: Übertragung durch verunreinigtes Wasser/Nahrungsmittel,) Cholera-Impfung nur bei kritischer Exposition empfohlen (z.B. Arbeit um KH mit Cholera erkrankten Kindern) – im HFMH Vorkommen weniger gehäuft
  • HIV: Prävalenz: ca. 9% der 15-49-jährigen erkrankt, davon ca. 78% in antiretroviraler Therapie. Im HFMH steter Kontakt mit HIV/AIDS Pat. Blutentnahmen u.a. invasive Pat. Behandlungen durch uns Studierende nicht erlaubt (lt. Krankenschwestern)
  • Tollwut: durch erkrankte Tiere übertragbar, Impfung dringend empfohlen
  • ACWY (Meningokokken-Stamm): Übertragung meist vorwiegend in Trockenzeit, Impfung vom Auswärtigem Amt empfohlen

  • Infektionskrankheiten mit erhöhtem Infektionsrisiko ohne Impfmöglichkeit:

  • Bilharziose: im Malawisee anderen Süßgewässern vorkommend, Empfehlung nach Rückkehr Bilharziose Blutuntersuchung zu machen
  • Darminfektionen
  • Trypanosoma brucei (Chagas/“Schlafkrankheit“) Tse-Tse Fliege sehr groß, spitze Körperform, Stich eher wie Biss (schmerzhaft und durch blaue Kasacks hindurch möglich)
  • Filariosen (verunreinigtes Wasser/Lebensmittel, in Hundehaufen)

  • Präventionsmaßnahmen: