Kommentar von Clara und Inga zur derzeitigen Situation

12.02.2017


"Der Krankenhausbetrieb ist wieder aufgenommen und die Stationen füllen sich so langsam. Auf die maternity ward kommen nun wieder täglich die komplizierten Fälle mit schweren Pathologien aus den umliegenden health centern zu uns. Viele Mütter und Kinder werden im holy family aufgenommen, die oft schon einen langen Weg (mehrere Stunden Anfahrt und Wartezeit) hinter sich haben, sodass oft jegliche Hilfe zu spät kommt. So konnten wir beispielsweise vor ein paar Tagen bei Nabelschnurvorfall nur noch den Tod des Kindes feststellen. Trotzdem verzeichnen wir auch positive Erlebnisse. Gestern haben wir gemeinsam mit den vorort arbeitenden Hebammen zwei Neugeborene erfolgreich reanimiert. Die morgendlichen Fortbildungseinheiten und das gemeinsame Reanimationstraining haben sich bezahlt gemacht. Außerdem ist uns aufgefallen wie zäh malawische Frauen und Babies seien können. Denn als auch nach einer Stunde Reanimation keine wirkliche Spontanatmung bei dem kleinen Jungen trotz guter Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung unter Maskenbeatmung und Herzdruckmasage einsetze, mussten wir schweren Herzens die Reanimation einstellen, da es vorort keinerlei intensiv medizinische Betreuung gibt. Wir legten ihn seiner Mama zum Sterben in die Arme. Traurig verabschiedeten wir uns.
Am nächsten morgen fanden wir den kleinen rosig und spontan atmend glücklich bei seiner Mama vor. Wir konnten es nicht fassen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Personal wird immer besser. Wir fühlen uns akzeptiert und willkommen geheißen. Die Fortbildung, das Training sowie unsere Arbeitsweise sind gern gesehen. Für uns ist es natürlich eine große Herausforderung, dass trotz schwerer Notfälle die Mittel limitiert und die praktische Umsetzung vergleichbar langsam sind. Unsere Geduld wird oft auf die Probe gestellt. Die Arbeit macht uns trotzalledem sehr viel Spaß. Wir sind froh über die gesammelten Eindrücke und freuen uns auf die verbleibende Zeit."


Teile diesen Artikel: