Was muss ich für eine Famulatur in Malawi machen?


Wir erwarten von euch:


•  Interesse am kulturellen Austausch
•  Eigeninitiative und Ideen für die medizinische Hilfe vor Ort
•  Eigene Ideen für die Hilfe vor Ort – auf freiwilliger Basis könnt Ihr:
       •  Sachspenden sammeln (Sterilgut, Medikamente, Gerätschaften etc.)
       •  mit englischen Lehrbüchern helfen, die Qualität der medizinischen Versorgung zu unterstützen
       •  Kontakte zu potentiellen Förderern herstellen
       •  Fotos und Berichte beisteuern, um weitere Medizinstudenten für Phalombe zu gewinnen



Welche Kosten fallen an?


Es gibt viele Organisationen die Famulaturen in viele verschiedenen Ländern vermitteln. Anders als viele dieser Organisationen und Vereine berechnen wir für den Kontakt und die Vermittlung keine Gebühren. Alle Kosten und Gebühren entstehen durch Unterkunft und Transfer und stehen dem Krankenhaus zur Verfügung.

Unterkunft und Flughafentransfer in Malawi:
250$


Spende für Sachgüter:

150€

evtl. Haushaltshilfe:

1 $ / Tag



Übersicht Famulaturen 2017 / 2018



Wie kann ich mich für eine Famulatur bewerben?


Seit Ende 2015 arbeiten wir erfolgreich mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. zusammen. Durch die BVMD haben wir viel Unterstützung bei der Vermittlung unserer Famulaturen erhalten. Auch in Zukunft soll ein Aufenthalt am Holy Family Mission Hospital im Rahmen eines Public Health Austausches möglich sein.
Ab sofort läuft die Bewerbung für eine Famulatur in den Monaten Februar-März und August-Oktober ausschließlich über die BVMD. Informationen zum Public Health Austausch und über das Bewerbungsverfahren findet Ihr hier:



Für alle übrigen Monate gilt folgendes Bewerbungsverfahren:

​ Wir benötigen folgende Unterlagen von dir:

• Bewerbungsfoto
• Motivationsschreiben (englisch)
• Tabellarischer Lebenslauf (englisch, als PDF)
• Deine Erwartungen an eine Famulatur in Malawi (deutsch)
• Zeitraum, in dem Du die Famulatur absolvieren möchtest
• Immatrikulationsbescheinigung (gilt nur für Studenten)

Bitte schicke die Unterlagen per Mail an: famulatur@malawimed.de


Nachdem deine Bewerbung bei uns eingegangen ist, entscheiden wir mit dem Krankenhaus zusammen, ob eine Famulatur möglich ist. Um den Bewerbungsprozess abzuschließen, übersenden wir dir dann noch folgende Unterlagen:

• Einverständniserklärung zur Nutzung deiner Daten
• Registration Form

Diese beiden Dokumente brauchen wir ausgedruckt, ausgefüllt und unterschrieben. Sende sie uns daher bitte per Post an:

Malawimed e.V.
c/o Julian Lennertz
Schillerstraße 20
69115 Heidelberg

Du brauchst noch mehr Informationen? Schreibe uns eine Mail an: famulatur@malawimed.de





Fragen & Tipps


Wo ist denn das eigentlich?


Malawi ist ein Binnenstaat im Südosten Afrikas mit etwa 14 Millionen Einwohnern (Stand 2010). Malawi grenzt an Tansania, Mosambik und Sambia und besteht aus ca. 25 % aus Wasser. Den größten Teil der Wasserfläche nimmt der Malawisee ein, das drittgrößte Binnengewässer Afrikas.

Der Norden Malawis ist bergig, mit bis zu 3000m hohen Bergen. Das Klima in Malawi ist subtropisch und lässt sich in vier Jahreszeiten aufteilen: kühle Saison (Mai - Mitte August) heiße Saison (Mitte August - November) Regenzeit (November - April) Nachregenzeit (April - Mai) Die durchschnittlichen Temperaturen liegen zwischen 19° und 32°C von November bis April mit hoher Luftfeuchtigkeit und 14° bis 24° von Mai bis Oktober. Die Nächte können besonders im Bergland kalt sein.

Phalombe ist eine Kleinstadt im Süden Malawis und liegt am Fuße des Mulanje Massivs, welches mit Mt. Mulanje den höchsten Berg Malawis stellt. Das Zentrum, das sich etwa fünf Kilometer vom Krankenhaus entfernt befindet, bietet neben einem Health Care Center, einer Polizeistation und kleinen Geschäften einen regelmäßig stattfindenden Markt.


In der Umgebung befinden sich Schulen und die katholische Missionsstation. Der District Phalombe gehört zu den ärmeren Malawis und ist durch Land- und Forstwirtschaft geprägt. Die ca. 400 000 im District ansässigen Menschen verdienen sich ihren Lebensunterhalt zumeist als Kleinbauern im Mais- oder Tabakanbau. Ihr Alltag ist wegen der zunehmenden Erosion der Ackerböden jedoch von regelmäßigen Missernten geprägt, was im Hinblick auf Mangelernährung ein zunehmendes Gesundheitsproblem darstellt.




Wo wohne ich während der Famulatur?


Als Famulanten werdet Ihr auf dem Campus des Holy Family Mission Hospital in einem der beiden Gästehäuser wohnen. Auf dem Gelände des Krankenhauses befinden sich auch die Wohngebäude und Schlafsäle der Ärzte, Clinical Officers, Krankenschwestern und Pfleger, sowie der übrigen Angestellten. In unmittelbarer Nähe gibt es einen kleinen Markt, auf dem Ihr Grundnahrungsmittel wie Mais, Reis, Mehl und Eier sowie Haushaltswaren und Süßigkeiten kaufen könnt. Zum Campus gehören außerdem die Krankenpflegeschule und eine Kirche. In den Gästehäusern befinden sich die Schlaf- und Wohnzimmer, Küche, Toiletten und Badezimmer. Die Gästehäuser verfügen über je 3 Schlafzimmer mit Betten und Bettwäsche, die vom Krankenhaus gestellt werden. Moskitonetze sind über jedem Bett angebracht, eigene imprägnierte Netze sollten jedoch mitgebracht werden. Die Küche ist mit dem Mindestmaß an Küchenutensilien ausgestattet und für den Fall eines Stromausfalls steht euch ein kleiner Kohleofen zur Verfügung. Obwohl die Einrichtung über dem Standard in Malawi liegt, ist sie doch sehr einfach. Die meiste Zeit gibt es fließendes Wasser und Strom, solltet ihr im Bad warmes Wasser benötigt, könnt ihr dieses in einem Waschzuber vorher vorbereiten, da zum Duschen nur kaltes Wasser zur Verfügung steht. Wenn ihr euch bei eurem Aufenthalt ganz auf eure Famulatur konzentrieren wollt, gibt es die Möglichkeit eine Haushaltshilfe zu engagieren. Die nette Dame übernimmt für 8 $ am Tag Aufgaben im Haushalt und bereitet mehrere Mahlzeiten am Tag zu.




Wie ist es mit Reisen in Malawi?


Reisen in Malawi ist nicht nur eine Option, sondern es ist eher ein Muss und auch an den Wochenenden wirklich zu empfehlen. Direkt um das Krankenhaus erstrecken sich atemberaubende Gebirgslandschaften und einige sehenswerte Orte sind in wenigen Stunden zu erreichen. Wir haben euch auf dieser Seite einige Tips zum Reisen und einige sehenswerte Orte zusammengestellt, sodass ihr nicht nur Erfahrungen aus dem Krankenhaus zurück nehmen müsst.

In Malawi bewegen sich die meisten Menschen zu Fuß und legen oft große Strecken zurück. Nur einige Personen verfügen über ein Fahrrad oder können sich den Transport mit dem Fahrrad-Taxi leisten. Um größere Strecken zurück zu legen muss man auf das Minibus-System zurückgreifen. Viele privat organisierte Minibusse fahren durch ganze Land und bringen Fracht, Personen und zum Teil auch mal Vieh von A nach B. Abfahrtspläne gibt es nicht, dafür jedoch große Umschlagplätze, an denen teils hunderte Minibusse um Passagiere buhlen. Preise variieren stark mit der Nachfrage und der Tageszeit, sind aber umgerechnet mit ein paar Euros für Hunderte Kilometer recht günstig. Der Zustand der Busse ist jedoch nicht mit unseren TÜV geprüften Wagen zu vergleichen und die Fahrweise oft halsbrecherisch, während der Beifahrer oft bis zur Hüfte aus dem Fenster hängt und nach neuen Passagieren Ausschau hält. Ein einfaches Winken reicht meist aus, um noch einen der ca. 20 Plätzchen im Auto zu finden. In Kontakt mit der Bevölkerung kommt man bei einer solchen Fahrt allemal und so ist eine kurzer Trip mit diesen ein echtes Abenteuer und eigentlich ein Muss in Malawi. Wesentlich schneller kommt man jedoch mit dem eigenen Auto voran, was in Malawi dem Großteil der Bevölkerung verwehrt bleibt. Die großen Autovermietungen sind im Preisniveau jedoch zum Teil teurer als in Europa, sodass man auf Kontakte oder kleinere Vermietungen angewiesen ist. Bei der Wahl des Autos sollte man auf Geländegängigkeit und Allrad jedoch nicht verzichten, da die Straßen oft in einem schlechten Zustand sind, metergroße Schlaglöcher die Straße säumen, man zum Überholen eines LKWs auch schonmal neben der Straße fahren muss oder nur eine Staubpiste vorhanden ist. Benzin ist pro Liter so teuer wie in Deutschland und Tankstellen gibt es meist in jeder größeren Stadt. Um größere Strecken in kurzer Zeit zurück zu legen, sollte man sich daher frühzeitig um ein Auto bemühen. Solltet ihr also planen neben der Famulatur noch in den Norden des Landes zu fahren, schreibt uns eine Mail und wir geben euch den Kontakt zu einer Klinik, die einige Autos vermietet.




FAQ



+ Brauche ich einen Schlafsack?

Bettwäsche ist vorhanden, aber ein Schlafsack oder ein Inlet ist trotzdem empfehlenswert, gerade wenn man Ausflüge machen oder reisen möchte.

+ Brauche ich ein Visum?

Problemlos am Flughafen in Blantyre oder Lilongwe zu erwerben, kostet 75 Dollar und ist 30 Tage gültig (auch das, welches man sich in Deutschland holen kann ist nur 30 Tage gültig!). Eine Verlängerung ist in einem Immigration Office (z.B. Blantyre, Zomba, Lilongwe) möglich und kostet 5000 Kwacha und sollte innerhalb dieser 30 Tage verlängert werden um Probleme bei der Abreise zu vermeiden.

+ Transport vom Flughafen nach Phalombe?

Wenn Ethel Bescheid weiß organisiert sie einen Transport. Es kostet 34 $ für hin und zurück, also z.B. 17 $ pro Person, wenn man zu zweit abgeholt wird. Am besten eine Woche vorher eine Mail mit genauem Ankunftsdatum und Uhrzeit schreiben.

+ SIM-Karte?

Kann vor Ort gegenüber dem Krankenhaus gekauft werden und kostet ca. 50 ct, jedoch nur Mikro-SIM-Karten, allerdings konnten manche bisher auch die Mikro- zur Nano-SIM-Karte zuschneiden. Unbedingt Airtel kaufen, das Netz ist besser ausgebaut. Whatsapp-Telefonie oder SkypeAudio funktionieren an der Straße, ca. 5 min vom Haus weg.

+ Was ist mit Kasacks?

Es hat sich etabliert, dass die deutschen Studenten in blauen Kasacks rumlaufen. Es gibt 4-5 Stück in großen Größen im Gästehaus, aber am besten selber einen Satz mitbringen. Mit Alltagskleidung und Kittel rumzulaufen wäre aber vermutlich auch überhaupt kein Problem.

+ Was ist mit dem Haus?

Im Grunde ist alles da, inkl. Bettwäsche, Moskitonetz und Handtuch. Dennoch ist das Haus momentan etwas spärlich eingerichtet, deswegen lohnt es sich unter Umständen folgende Sachen mitzubringen (und evtl. sogar für die Nachfolger dazulassen): Campingbecher, Kaffeefilter, Besteck, Taschenmesser, Spülschwämme, Geschirrtuch, Lappen, Waschpaste zum Wäsche waschen, etc.

+ Was soll ich mir zum Anziehen mitnehmen?

Es ist meistens sehr warm und nehmt nicht zu viele lange Sachen mit, auch wenn das immer wieder empfohlen wird. Erst recht keine weißen Sachen, die werden dann sofort dreckig. Zu empfehlen sind: kurze Sporthose(n), Pulli, evtl. Regenschirm für die Regenzeit, FlipFlops, etc.

+ Was mache ich nach Feierabend?

Geht in eine Bar und spielt Billard, besucht die Leute, erkundet die Umgebung und nehmt euch auf jeden Fall genügend zu lesen mit. Außerdem vielleicht noch ein altes Lehrbuch, kleine Musikinstrumente und Spiele.

+ Ich wüsste gerne mehr über Tropenkrankheiten, könnt ihr ein Buch empfehlen?

Lecture Notes on Tropical Medicine, Oxford Handbook of Tropical Medicine, Pocketbook on Hospital Care for Children (gibt’s kostenlos als PDF)

+ Wann soll ich wo wie viel Geld abheben?

Unbedingt direkt nach Ankunft in Blantyre Geld abheben, entweder direkt am Flughafen oder z.B. am Shoprite Supermarkt, da man in der Nähe des Krankenhauses kein Geld abheben kann. Am besten direkt zweimal 40000 Kwacha (das ist der Maximalbetrag) abheben (=ca. 100 Euro).

+ Soll ich irgendetwas zum Essen mitbringen?

Kein Muss, aber, wenn du darauf Lust hast: Schokolade, Kaffee, Tee, Müsli, Nutella, Gewürze… (ist hier alles eher schwer zu bekommen).

+ Was hat sich bewährt einzupacken?

Stirnlampe/Taschenlampe, Trinkflasche, PowerBank fürs Handy wegen Stromausfällen, Moskitospray, Sonnencreme, Einmalhandschuhe und Taschendesinfektionsmittel fürs Krankenhaus, Steckdosenadapter.

+ Gibt es deutsche Steckdosen?

Nein! Es sind britische Steckdosen (Typ G), also Adapter nicht vergessen oder am Flughafen kaufen.




Erwartungen



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Erfahrungsberichte

Viele unserer Famulanten haben Erfahrungsberichte verfasst um ihren Nachfolgern einen besseren Eindruck zu vermitteln, was sie erwartet. Ein paar davon könnt ihr hier lesen. Bald werden mehr ergänzt.